Amerikas Bohrloch-Altlasten eröffnen einen Milliardenmarkt
Das Problem ist allgegenwärtig und eingängig. Millionen stillgelegte und verwaiste Öl- und Gasbohrungen stellen die USA vor eine gewaltige ökologische und wirtschaftliche Herausforderung. Viele dieser Altlasten setzen klimaschädliches Methan frei, andere blockieren wertvolle Grundstücke für neue Energie- und Infrastrukturprojekte. Genau hier setzt Zefiro Methane an: Der Umweltdienstleister misst Methanemissionen, verschließt alte Bohrlöcher und rekultiviert die betroffenen Flächen. Über die Tochtergesellschaft Plants & Goodwin deckt das Unternehmen wesentliche Schritte des gesamten Sanierungsprozesses ab – von der Messung und Überwachung über die Bohrlochversiegelung bis zur Flächenwiederherstellung. Der staatliche Rückenwind dürfte noch Jahre anhalten: Von den 4,7 Mrd. USD, die der US-Kongress für die Sanierung verwaister Bohrlöcher bereitgestellt hat, sollen rund 4 Mrd. USD erst bis 2031 verteilt werden. In Zefiros Kernregionen wurden bislang etwa 778 Mio. USD an entsprechenden Formelmitteln zugeteilt. Wenn alles nach Plan läuft, könnte sich Zefiro dort rund ein Viertel der aus dem Infrastrukturprogramm finanzierten Aufträge sichern. Damit verfügt das Unternehmen über eine aussichtsreiche Ausgangsposition in einem Markt, in dem Umweltschutz zunehmend mit wirtschaftlichen Interessen und dem Ausbau der Energieinfrastruktur zusammenfällt.
Ein Auftragsbestand von 40 Mio. USD schafft Visibilität bis 2029
Für zusätzliche Planungssicherheit sorgt der am 19. Oktober gemeldete staatliche Auftragsbestand von rund 40 Mio. USD. Die Projekte erstrecken sich bis Juni 2029, allein im laufenden Quartal bis Ende Dezember sollen daraus etwa 4,9 Mio. USD Umsatz abgearbeitet werden. Gemessen am Rekordumsatz von 42,5 Mio. USD im Geschäftsjahr 2025/26 ist das ein relevanter Beitrag, auch wenn das gesamte Auftragsvolumen natürlich nicht kurzfristig in die Bücher fließt. Den größten Einzelauftrag bildet ein dreijähriger Vertrag mit der Umwelt- und Ressourcenbehörde von Ohio über 19,6 Mio. USD zur Stilllegung von rund 200 Bohrlöchern. Hinzu kommt ein staatlich finanzierter Auftrag über 11,5 Mio. USD, dessen Umsetzung im November anlaufen soll. Der gemeldete Auftragsbestand umfasst ausschließlich staatliche Projekte und lässt private Kundenaufträge außen vor. Das ist ein wichtiger Punkt: Zefiro verfügt damit über zwei Nachfragequellen, die sich gegenseitig ergänzen können. Die mehrjährige staatliche Projektpipeline verbessert die Auslastungsplanung, während private Aufträge zusätzliche Umsatzchancen eröffnen und häufig mit kürzeren Vorlaufzeiten verbunden sind.

Viking-Übernahme entwickelt sich zum Wachstumstreiber
Dass die im Mai 2026 übernommene Ausrüstung von Viking Well Service bereits Wirkung zeigt, belegt die jüngste Meldung vom 27. Oktober. Zefiro hat inzwischen insgesamt sieben neue Master Service Agreements (MSAs) mit Unternehmenskunden abgeschlossen, darunter zwei börsennotierte Rohstoffunternehmen. Fünf dieser sieben Rahmenvereinbarungen haben bereits Umsätze generiert. Besonders interessant ist die wirtschaftliche Entwicklung der übernommenen Kapazitäten: Im August und September erzielte Zefiro mit Arbeiten, die der Viking-Übernahme zugerechnet werden, rund 1,54 Mio. USD Umsatz. Auf zwölf Monate hochgerechnet entspricht dies mehr als 9 Mio. USD und liegt damit nahe an der ursprünglich vom Management in Aussicht gestellten zusätzlichen Jahreskapazität von rund 10 Mio. USD. Zudem verfügt Zefiro inzwischen über aktive Rahmenvereinbarungen mit nahezu allen großen Gasproduzenten im Nordosten der USA. Solche Verträge garantieren zwar keine bestimmten Abrufmengen, erleichtern aber den Zugang zu wiederkehrenden Aufträgen und stärken die Position als bevorzugter Dienstleister. Parallel wächst die Nachfrage durch neue Energieinfrastruktur und Rechenzentren: Wo alte Bohrungen auf geplanten Bauflächen liegen, müssen diese zunächst fachgerecht gesichert werden. Zefiro hat beispielsweise in Pennsylvania neun Gasbohrungen auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks verschlossen, das für einen mit Erdgas versorgten Rechenzentrumsstandort vorgesehen ist.
Neue Perspektive im CO₂-Zertifikatemarkt
Einen weiteren strategischen Impuls könnte nun der Markt für Emissionszertifikate liefern. Anfang November meldete Zefiro seine Unterstützung für das neue Orphaned Well Plugging Protocol, das die Zertifizierungsorganisation Isometric entwickelt hat. Der Entwurf wurde am 15. Oktober veröffentlicht, die öffentliche Konsultation läuft noch bis zum 14. November 2026. Das Regelwerk soll die Generierung von CO₂-Zertifikaten aus der dauerhaften Versiegelung verwaister Bohrlöcher ermöglichen – auf Basis direkter Methanmessungen vor der Sanierung und anschließender Überprüfung der Versiegelung. Zefiro hat bereits früher Emissionszertifikate aus solchen Projekten an institutionelle Käufer wie Mercuria Energy America und EDF Trading verkauft. Wird das neue Protokoll finalisiert und werden konkrete Projekte zugelassen, könnte das Unternehmen seine vorhandenen Crews, Anlagen und Messkapazitäten nutzen, um zusätzliche Erlöse zu erzielen. Wichtig ist dabei: Die Zertifikate sollen nur für Bohrlöcher infrage kommen, die nicht ohnehin durch öffentliche Programme saniert werden und ohne zusätzliche Finanzierung unverschlossen blieben. Das CO₂-Geschäft wäre somit eine Ergänzung des bestehenden Auftragsmodells und kein Ersatz dafür.
CEO Catherine Flax erklärte: „Zefiro hat gezeigt, dass institutionelle Käufer bereit sind, für Methanreduzierungen aus stillgelegten Bohrlöchern zu zahlen. Wir freuen uns daher, Isometrics Arbeit an einem Protokoll auf der Grundlage direkter Feldmessungen zu unterstützen. Für unsere Anteilseigner ist dies eine zusätzliche Gelegenheit. Carbon Finance wird es uns ermöglichen, verlassene Bohrlöcher zu schließen, die nicht im Rahmen öffentlicher Programme vorgesehen sind und dabei die gleichen Crews und Ausrüstung zu nutzen, die bereits unsere Regierung und unsere Privatkunden bedienen.“
Investment Highlights
ZEFIRO METHANE (0,66 CAD | ZEFI | WKN: A3DVHU | ISIN: CA98926D1069)
Spezialist für die Stilllegung verwaister Öl- und Gasbohrlöcher in den USA – einem Markt mit einem geschätzten Volumen von 400 bis 600 Mrd. USD in derzeit 18 US-Bundesstaaten
Integriertes Geschäftsmodell kombiniert Bohrlochsanierung, Methanmessung, Umweltservices und die Generierung hochwertiger Carbon Credits
Mehr als 2 Mio. verlassene Öl- und Gasbohrlöcher in den USA schaffen einen langfristigen strukturellen Wachstumsmarkt
Dynamisches Umsatzwachstum mit Erlösen von 42,5 Mio. USD im Geschäftsjahr 2025/26 (Plus 31 %)
Positive EBITDA-Entwicklung zeigt, dass das operative Geschäft bereits profitabel skaliert werden kann
Strategische Übernahmen erweitern Flotte, Personal und regionale Präsenz und erhöhen die jährliche Umsatzbasis zusätzlich
Nachfrage kommt neben staatlichen Programmen zunehmend von Energie-, Erdgas- und HighTech-Infrastrukturkunden
Methanmessung und zertifizierte Emissionsgutschriften entwickeln sich zu margenstarken Ertragssäulen mit hohem Skalierungspotenzial
Strategische Partnerschaft mit der Well Done Foundation eröffnet Zugang zu Projekten in bis zu 18 US-Bundesstaaten und stärkt die Marktposition nachhaltig
Viking-Akquisition erweitert die Flotte um fünf Rigs und schafft rund 10 Mio. USD zusätzliche jährliche Umsatzkapazität
Neuer 11,5-Millionen-USD-Auftrag mit Laufzeit bis 2029 erhöht die Umsatzvisibilität
Umweltsanierung, Energieinfrastruktur, Methanvermeidung und Emissionsdaten in einem integrierten Geschäftsmodell
Börsenbewertung auf Micro-Cap-Niveau, aber mit Millionen USD im Umsatz
Im Rahmen des 20. International Investment Forums stellte sich CEO Catherine Flax den Fragen der Analysten und gab einen Ausblick auf 2027.
Analysten sehen erhebliches Potenzial – Finanzierung stärkt den Handlungsspielraum
Die Analysten von GBC Research trauen Zefiro einen kräftigen Wachstumsschub zu. Für das Geschäftsjahr 2026/27 prognostizieren sie einen Umsatz von rund 57,9 Mio. USD, ein EBITDA von etwa 10,0 Mio. USD und einen Nettogewinn von 4,2 Mio. USD. Bis 2028/29 soll das EBITDA auf rund 15,0 Mio. USD steigen. Das Kursziel liegt bei 2,15 CAD beziehungsweise 1,50 USD und signalisiert auf Basis des im Ausgangsbericht genannten Aktienkurses von 0,67 CAD ein erhebliches Aufwärtspotenzial. Allerdings hängen diese Erwartungen maßgeblich davon ab, dass Zefiro den Auftragsbestand effizient abarbeitet, die Viking-Kapazitäten weiter auslastet und die Margen stabilisiert.
Zusätzlichen finanziellen Spielraum verschaffte sich das Unternehmen am 23. Oktober mit einer Privatplatzierung über brutto 5 Mio. CAD. Dabei wurden 7.575.758 Einheiten zu je 0,66 CAD ausgegeben, bestehend aus jeweils einer Aktie und einem halben Optionsschein. Die Optionsscheine berechtigen zum Bezug weiterer Aktien zu 0,80 CAD innerhalb von 30 Monaten. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Finanzierung gut 10 % über dem letzten Börsenkurs stattgefunden hat. Investoren verbinden mit dem anhängigen Optionsschein offensichtlich gute mittelfristige Renditechancen.
Fazit – Vom Bohrlochsanierer zum breit aufgestellten Umweltdienstleister
Zefiro Methane entwickelt seine Investmentstory auf mehreren Ebenen weiter. Der staatliche Auftragsbestand von rund 40 Mio. USD sorgt für eine mehrjährige Grundauslastung, während die Viking-Übernahme bereits messbare Umsätze und neue Kundenbeziehungen hervorbringt. Mit dem möglichen Wiedereinstieg in die Generierung von Methan-Zertifikaten kommt zudem ein zusätzliches Erlöspotenzial hinzu, das auf bestehenden operativen Fähigkeiten aufbauen könnte. Die Unterstützung des Isometric-Protokolls ist dabei ein wichtiger Schritt, der sich allerdings noch materialisieren muss.

Die jüngste Kapitalaufnahme verbessert den finanziellen Handlungsspielraum und eröffnet Optionen für weiteres Wachstum. Gelingt es dem Management, die vorhandenen Kapazitäten konsequent auszulasten und die Margen zu festigen, könnte Zefiro in eine neue Unternehmensphase eintreten. Für risikobereite Anleger bleibt die Aktie damit eine hochinteressante Wachstumsinvestition – die sich mit zunehmender Breite und operativem Durchdringungsgrad in eine mittelfristige Value-Story verwandeln kann.
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Catherine Flax über die steigende Bedrohung durch Methan-Emissionen und die weiteren Expansionspläne. Hier geht´s zum Video.
Dieses Update folgt dem Initial-Report vom 17.07.2026 und einem weiteren Update vom 20.10.2026